Portugal - eine Urlaubsreise?

So, sind wieder aus Portugal zurück - was für eine Tour!

Und nun mal extra für die, die meinen, man solle die Hunde doch umsonst abgeben oder 300 Schutzgebühr seien zu viel oder für 300 Euro habe man einen vollkommen gesunden Hund zu erwarten mit lebenslanger Rückgabegarantie, für all diese Leute hier mal ein paar Details von der letzten Reise.

Mann musste mich mitten in der Nacht nach Hamburg fahren zum Flughafen. 2,5 Stunden einfach - dann mit Nicole am Flughafen getroffen und mit der ersten Maschine von TAP nach Lissabon geflogen. Warum zu zweit?
Weil wir 5 Hunde mit zurücknehmen wollten, aber bei TAP nur eine Box pro Person erlaubt ist. Alle anderen Flüge waren indiskutabel. Wir wählen immer den besten und schnellsten und günstigsten Weg für die Hunde und der ist nicht, quer durch Portugal an einen anderen Flughafen zu kommen, mitten im Sommer in einem überfüllten Auto ohne Klimaanlage, um dann stundenlang an einem überfüllten stickigen Flughafen zu stehen und am besten noch mit zwei Zwischenlandungen fliegen, wo ich keinerlei Kontrolle darüber habe, was mit den Hunden in der Zwischenzeit passiert und ich ihnen auch nicht helfen könnte, wenn was wäre. Um alles in allem vielleicht 200 Euro zu sparen? Sicher nicht.
Es ist Haupturlaubszeit, alle Hotels überfüllt, alle Flüge größtenteils überbucht. Das Hotel, das sonst 70 Euro die Nacht kostet, kostet nun 200 Euro pro Nacht.
Bevor wir überhaupt losgeflogen sind, haben wir zu dritt 2-3 Tage stundenlang Hotels gesucht und Flugverbindungen recherchiert.

Wenn es gut läuft, sehen wir in zwei Tagen mal so ca. 2-3 Stunden was von Portugal. Den Rest verbringen wir im Tierheim mit den Hunden und auf dem Flughafen. Man selbst schläft kaum und isst und trinkt auch kaum. Zuviel zu tun und falls nun noch ein Witzbold meint, man könnte auch in ein Hostel gehen und die Nacht in Gemeinschaftsschlafräumen verbringen, weil das Kosten spart: den Luxus, mal wenigstes ein paar Stunden schlafen zu können und, ohne andere zu stören, auch abends spät noch duschen zu dürfen, gönne ich uns dann doch.

Viele Hunde, viel Elend, viele Notfälle und die meisten sehr bedürftig. Man kann die Eindrücke weder besprechen noch verarbeiten, schon steht man wieder am Flughafen. In unserem Falle sonntagmorgens früh um 6.20 Uhr. Riesige Schlangen an alle Schaltern und, wie meistens, klappt nichts. Hund zu schwer, Box zu klein, kein zweiter Hund eingebucht - das Übliche. Was man in Deutschland bespricht, hat in Portugal keine Relevanz und umgekehrt.

Wir hatten dieses Mal dann aber den Super-GAU: Snoopy, der so sehnsüchtig erwartet wurde, durfte nicht mit. Er überschritt mit Box das Gesamtgewicht, dann hatten wir auch noch den falschen Pedro dabei (doch, sowas passiert; beides Garagenhunde, beide etwa gleiche Größe, gleicher Name, beide im vorderen Bereich) und ein völlig überforderter Check-In-Beamter kurz vor Schalterschließung, weil alles ewig gedauert hat, trotzdem, dass wir pünktlich waren. Und er meinte dann, entweder gehen nun alle von mir aufgeschriebenen Hunde mit oder keiner. Shit - gerade hatten wir beschlossen, dass Snoopy alleine fliegt und Pedro dableiben muss, wenn es eh der falsche war und da hat er Snoopy aussortiert auf dem Papier.
Und dann Überraschung: wir erfahren hier und jetzt, trotz 1500 Euro reinen Flugkosten, wir haben nur ein Standby-Ticket und werden erst beim Boarding erfahren, ob wir mitfliegen dürfen oder nicht. "Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie nicht fliegen dürfen, dürfen die Hunde auch nicht fliegen." - Ach so, na dann…
Muss man auch nicht vorher sagen, weil ist ja normal, dass Fluggesellschaften ohnehin 10% überbuchen dürfen. Gegen Gebühr kann man aber auch umbuchen auf einen anderen Tag und schauen, ob es da besser geht. Ja, nee, ist klar :-(
Kurz vor dem Wahnsinn, in keinem Punkt weitergekommen, egal, wie man sich einsetzt und kämpft, nun zum Boarding rennen mit Kabinenhund, noch vor sich bei der Sicherheitskontrolle ein älteres Ehepaar mit gefühlten 20 Koffern und Taschen, die in aller Seelenruhe alles an Parfüm und jede einzelne Pflegecreme einzeln auspacken. Unnötig zu erwähnen, dass es keinen interessiert hat, ob wir unseren Flug verpassen, oder? Kamen dann gerade noch rechtzeitig und durften tatsächlich mit -natürlich nicht zusammen sitzen, aber egal, man wird im Laufe der Zeit bescheiden.
Juhu, wir dürfen zurück nach Deutschland!

Da angekommen lief alles wieder glatt, wenn man von dem genervten Flughafenpersonal absieht, das gelangweilt seinen Dienst runtergerissen hat und sehr unfreundlich auf Fragen reagiert hat. Wir konnten sogar klären, was mit dem "falschen" Pedro passiert, bis er Montag zu mir kommt. Denn einen Angsthund in einer Hundeanfängerfamilie zu lassen, geht trotz Sicherheitsgeschirr nicht. Und wir konnten ihn in den Zug von Frankfurt nach Hause nicht mitnehmen.
Also Boxen und Hunde bei den Abholern sicher im Auto verstaut und nach kurzer Pause mit der Bahn weitere 3,5 Stunden zurück nach Hamburg. Weil zu spät, musste man mich wieder abholen und so waren wir dann endlich wieder um 2.40 Uhr zu Hause.
Bahn fahren ist aber cool. Man kann die Zeit wenigstes nutzen, um von Einstieg bis Ausstieg alle Fragen , Mails und SMS zu beantworten und schauen, ob man den nächsten Flug so schnell wie möglich organisiert und der richtige Pedro und Snoopy endlich kommen können.
Bis Hamburg hatte ich zwei Leute, die für uns geflogen wären, wusste aber, dass uns dieser Flug ohne Hotel ca. 2300 Euro gekostet hätte. Hatte zwei PS für zwei weitere Hunde, aber keine Antwort von Ana, ob o.k. Die erhielt ich dann nachts auf dem Weg nach Hause, dass es nicht geht, weil man keine große Box mehr in Portugal hat.
Also erst mal wieder checken, wie das nun ab hier funktioniert mit den Boxen.
Ja, ich habe Verständnis dafür, dass es die Leute, die einen Hund vom Tierschutz nehmen, wenig interessiert, was der kostet.
Ich habe auch Verständnis dafür, dass die Leute ihren Hund möglichst sofort haben wollen oder günstig nach dem eigenen Urlaub. Machen wir ja alles gern, damit der Hund dann hoffentlich endlich ein schönes Leben hat. Natürlich ist er kastriert, geimpft, gechipt und entwurmt, bekommt einen Mittelmeertest vom Profi und, wenn es nicht klappt und ich keine Unterbringungsmöglichkeit auftreiben kann, die passt, zahlen wir auch teure Pensionen, damit es den Hunden auch weiterhin gut geht. Gerne alles für 300 Euro.
Alles kein Problem, aber bitte mit Verlaub, vermeidet in meiner Gegenwart drei Fragen, wenn ihr nicht gut mit einem heftigen Echo umgehen könnt.

Warum ist der Hund so teuer?
Kann man den Hund nicht näher zu uns bringen?
Das macht doch bestimmt Spaß, so oft nach Portugal fliegen zu dürfen?

Ach, und so ganz nebenbei, diese komplette Tour habe ich komplett privat bezahlt, denn das gibt der Verein gar nicht her. Und die Zeit habe ich mir genommen, mitten in meinem Umzug, weil es mir wichtig war, weitere mir persönlich bekannten Hundeseelchen nach Hause zu holen.
Dafür muss auch niemand Dankeschön sagen, das mache ich für die Hunde. Von den Menschen erwarte ich aber ein gewisses Maß an Wertschätzung und Respekt für das, was andere ganz selbstverständlich in ihrer Freizeit leisten und investieren. Und bevor man künftig einfach im Unverstand dummes Zeug rauslabert, einfach mal Hirn einschalten und selbst mal überschlagen, recherchieren oder anständig nachfragen.
Und man muss sowas, denke ich, auch schreiben, weil es viele gar nicht wissen oder sich je dafür interessiert haben.
All denen, die das verstanden haben und uns so gut es geht unterstützen, sage ich ein herzliches Dankeschön und all die, die sich mit unserem hohen Anspruch identifizieren können, dürfen uns gerne so, wie sie möchten, unterstützen. Wir freuen uns für die Hunde über alle ehrliche und ernstgemeinte Hilfe.

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