Die Sache mit der Kohle

  • 22. Mär 2019
  • geschrieben von  Ilona Gehrig
Die Sache mit der Kohle…
 
Nun ja, ich werde ja immer wieder gefragt, wieso es bei uns eigentlich keinen Spendenaufruf gibt. Gründe gäbe es viele weswegen wir "betteln" gehen könnten. Natürlich, sind ja auch ein Verein und arbeiten zu 100 % ehrenamtlich und können natürlich auch Spendenquittungen ausstellen. Soweit so gut. 
Aber ...
Ich hadere da mit mir aus folgenden Gründen:
 
1. Ich mag es selbst nicht, wenn wegen wirklich jedem Mist nach Spenden gefragt wird.
2. Ich mag nicht mit Leuten diskutieren, die aus einer Spende ableiten, dass sie nun umfänglich Mitspracherecht haben auf allen Ebenen.
3. Ich finde, man muss sowas freiwillig wollen und tun, und nicht weil man aufgefordert wird dazu.
4. Wer bestellt bezahlt - wenn wir hier im Verein entscheiden einem Hund zu helfen, dann ist es doch unsere Entscheidung und wenn es dann andere zahlen sollen, dann müssten die auch konsequenterweise vorher            gefragt werden oder? Im Tierschutz braucht es aber ganz oft schnelle Entscheidungen.
5. Ich hasse es um Hilfe zu bitten. :P
6. Ich habe aktuell genug Baustellen zum abarbeiten, und brauche nicht noch neue Baustellen dazu.
7. Es macht mich einfach so unglaublich traurig, dass den Menschen nicht bewusst ist, dass es das Konto der Tier ist und nicht meines. Das sie das Geld den Tieren wegnehmen und nicht mir. Da ist einfach kaum                  Bewusstsein für da, was es heißt einem Tierschutzhund ein Zuhause zu geben.
 
Aber dann wurden sie lauter, die Stimmen die hier anfragten, warum wir das denn nicht tun? Warum wir nicht mal wenigstens ab und an Spenden sammeln, wir würden doch wirklich tolle Arbeit machen und sie bräuchten bei sowas einfach die Erinnerung.
Seitdem denke ich und schaue mir an was hier so passiert ist die letzten Monate.
Ich werde Euch jetzt mal den Ist- Zustand verraten.
 
Wir haben aktuell 17 Mitglieder und alle Leute sind mega geschockt, dass wir nur so wenige Mitglieder haben, wo wir doch ein soooo großer Verein sind.
Arbeitstechnisch ja, ich bin leider ein Workholic. Aber was die meisten nicht wissen, sowohl die Arbeit, als auch die Bezahlungen der meisten Rechnungen findet privat statt durch mich selbst.
Denkt ihr, ein so kleiner Verein wie wir hätte das Geld für eine gute Pension für gleich mehrere Hunde? 
Tierarztrechnungen für alte und kranke Hunde zu bezahlen? 
Noch einige Dauerpflegehunde hier mit durchzuziehen? 
Die Kosten für ständige Fahrten von A nach B zu bezahlen? 
Anwaltsrechnungen, um Hunde wie Milow und James Bond wieder zu kriegen?
 
Bis die Portugalhunde sicher hier sind, sind selten die Kosten gedeckt mit unserer Schutzgebühr von 350 Euro. Schon gar nicht bei den Katzen mit 150 Euro. Ich kann das auch gerne mal an ein paar Rechnungen zeigen, wenn ihr das nicht glaubt. ;-)
Und meist bleibt es ja nicht dabei und hier laufen weitere Kosten auf.
Der Punkt ist ja, gerade wenn man qualitativ gute Arbeit machen will, kostet das richtig viel Geld. Soll ich dann mit Frau Müller diskutieren müssen das x oder y doch auch so gehen würde? Das man auch die Hunde per Fahrkette von A nach B kriegt etc.?
Ich bestelle und zahle und habe meine Ruhe, was nicht da ist, dann privat. 
Aber es wird nicht besser, es wird immer schlimmer. 
In der Zwischenzeit zahlen wir nun schon bei einigen Leuten Spritgeld für eine VK; Wie oft heißt es, wenn Hund was hat, ja da werden wir uns schon einig…..klar 100% zahlt der Verein, ich nichts. Oder, bitte sorgen Sie doch dafür, dass Hund ganz schnell endlich zu mir kommen kann, ich beteilige mich auch daran, natürlich kommt nicht ein Euro, wenn er da ist und meist rennt man auch noch der Kohle hinterher. (Sagt es doch einfach nicht, so ist es enttäuschend)
Aktuell laufe ich erneut bei ganz vielen Leuten dem Geld für die Geschirre hinterher, die nicht bezahlt wurden, aber auch nicht zurückgegeben werden. Dafür machen wir noch tolle Bilder von den Hunden, die die Leute zusätzlich umsonst bekommen und auch ganz selbstverständlich einfordern. Nähen Pullöverchen umsonst oder gegen Spende (da kommt auch selten was) sind quasi 24 Stunden am Tag erreichbar, um die Leute zu beraten, Trost zu spenden und Wissen zu vermitteln. Alles selbstverständlich ehrenamtlich. 
Und ich danke all denen, die da mal freundlich angefragt haben, ob das so noch richtig ist, denn sie haben mich zum denken gebracht und nein, es ist nicht richtig, schon lange nicht mehr.
Einfach ständig die Kröten zu schlucken und der Tiere zu Liebe weiter zu machen und die Wut, die Enttäuschung, den Frust runter zu schlucken hilft nicht wirklich dauerhaft und bringt auch nix. 
Es ist nicht in Ordnung, dass hier fast niemand mehr im Team mithilft oder irgendwas tut, dafür aber haufenweise andere Leute die Hand aufhalten. 
Ich arbeite ohne Unterlass von früh bis spät, versuche alle Löcher zu kompensieren so gut es geht. Dazu zahle ich inzwischen monatlich Beträge im vierstelligen Bereich dazu und versorge auch meine Hunde hier komplett privat, mit allem was dazu gehört und ich nehme ja ohnehin schon nur die, die sonst keiner nimmt.
Ich freue mich, dass wir trotz alledem so erfolgreich sind, dass wir inzwischen sogar Umsatzsteuer zahlen müssen. Tolle Belohnung für meine Arbeit die ich dann noch privat zahle. Das war glaube ich der Punkt, wo ich wirklich kapiert habe, dass hier wirklich was nicht mehr stimmt. ;-)
Ich bin auch dankbar, dass ich alles bisher so habe schaffen können, aber ich muss tatsächlich lernen auch um Hilfe zu bitten und nicht zu denken, das gehört alles so wie es ist. Sonst werde ich wohl noch öfters in nächster Zeit an dem Punkt stehen für mich zu denken- drücke einfach auf den Knopf und die Tiersinfonie ist weg und Du hast endlich wieder Deine Ruhe. Blöd, gell? 
Und doch habe ich zu all dem Sch*** der letzten Monate einige sehr besondere Menschen neu kennengelernt, so das klar war, es muss weitergehen.
Aber nicht mehr so wie bisher. 
Das mal einfach so zur Info. Danke für Eure Aufmerksamkeit. Und ab jetzt jeden Tag ein kleiner Ausblick und Möglichkeiten zu helfen wer möchte. <3

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