Muffin, zurück im Leben

  • 11. Dez 2020
  • geschrieben von  Ilona Gehrig

Auch Pluto wurde ja mal sehnsüchtig von seiner Familie hier in Deutschland erwartet. Ja, man kenne sich aus und ja man habe Zeit auf seine Bedürfnisse einzugehen. Und das er zu dick ist mache gar nichts, das kriege man schon hin. Sei ja nicht ihr erster Hund aus dem Ausland. Soweit die Theorie. In der Praxis sah das dann völlig anders aus, Pluto war weder gewillt sich in warme Wintermäntelchen packen zu lassen, ohne sich auf den Boden fallen zu lassen und toter Hund zu spielen, noch wollte er Wasser und Futter mittels Löffeln eingetrichtert bekommen, weil der arme Hund ja zwingend fressen und saufen muss.
Was war man erleichtert, als wir Pluto nach 5 Tagen zurückholten und Geld hatte man ja auch schon mal vorsorglich nicht überwiesen. Ich schätze, man ließ sich da schon die Option offen, ob der Hund so gefällt und funktioniert, wie er soll.
Pluto zog also Anfang Dezember 2019 zu mir und ist der erste Hund, der mit einem Fresstrauma hier einzog. Mit Futter in der Hand auf ihn zu, weg war er. Ein gefräßiger, übergewichtiger Labbimix, der Panik vor Futter hatte. Spannende Geschichte.
Nun ja in der Ruhe liegt die Kraft.
Wir suchten ihm erst mal einen schönen Namen. Wir probieren hier immer alle möglichen Namen durch und nehmen den, auf den Hund reagiert. Auf den hören sie dann immer quasi vom ersten Moment an. ;-)
Er wollte gerne Muffin heißen und über 14 Tage fraß er konsequent nichts, trinken ging er nachts alleine und über kleine Fleischfrikadellen brachten wir ihn über die Tage langsam wieder ans Futter. Er hatte Angst vor Berührung und lag da fast 14 Tage nur auf seinem Platz und beobachtete und ignorierte die größten Leckereien. Er ging aber gerne mit in den Garten und klebte wie Patex an einem. Auch Gassi gehen war kein Problem, Leine ran, bis er verstanden hatte was er sollte. Ersten Tag ins Auto wuchten, am zweiten Tag sprang er schon von alleine rein. Schnell war klar, dass er in Portugal übelst misshandelt worden sein musste, da er sich bei jeder schnellen Bewegung und bei Gegenständen in der Hand sofort auf den Boden warf, panikartig wegsprang oder ständig beschwichtigend mit dem Schwanz wedelte. Schlimm für einen Hund, der in seiner Grundhaltung nur freundlich ist, immer alles richtig machen will und Menschen über alles liebt.
Er zeigte zwar ein paar anfängliche Unsicherheiten mit anderen Hunden, aber das ließ sich hier ja in Windeseile beheben, der Hundegruppe sei Dank. Nach 14 Tagen legte er den Schalter um, startete sein "Hey falls ihr es noch nicht wisst, ich bin der Neue hier und deswegen mache ich das, was alle Neuankömmlinge hier tun, ich flute erst mal großzügig die Bude und verteile mal meine Marken überall".
Aber auch die Zeit verging...
Das Fell fing an zu glänzen, er macht lustige Futtertänzchen, untersucht den ganzen Garten gerne sorgfältig und ausführlich und kriegt lustige Hüpfanfälle und man sieht ihn immer öfters fröhlich, wie ein Welpe mit einem Plüschtier durch den Garten rennen.
Na geht doch. :-)
Hat er am Anfang wahllos Decken und Hundematten zerpflückt und das Innenleben im ganzen Haus verteilt, beschränkt er sich nun auf die Plüschtiere, das ist erlaubt. Manchmal etwas grob motorisch und wie unsere verstorbene Paula (Boxermix) ein Hund, der einen mit seiner Liebe erdrückt wenn er auf einem rumrobbt oder sich an einen ran wirft, aber er zeigt inzwischen eben deutlich seine Bedürfnisse.
Nachts will er seine Ruhe und hat sich einen Platz ausgesucht, wo er alleine und in Ruhe schlafen kann. Daran das man dann aber in den frühen Morgenstunden nicht einfach über schlafende Hunde rennt und aufs Bett springt, um mir einen fröhlichen guten Morgen zu wünschen, arbeiten wir noch. Aber auch da wird er langsam ruhiger und er kann nun auch mal warten oder wieder gehen und später nochmal wieder kommen.
Das Gewicht fällt langsam und er genießt es sehr, auf dem Rücken zu liegen oder sich über den Rasen zu robben. Eine Leine braucht es für ihn nicht, seinen Menschen nicht zu verlieren ist das Wichtigste für ihn.
Alles in allem also kein schwieriger Hund, der wirklich nicht zu mir gemusst hätte, es hätte nur ein wenig Geduld gebraucht und ein wenig Hundeverstehen. Er spricht klar und deutlich und man kann ihn gut verstehen.
Wenn es Gassi geht ist er bei den ersten, stimmt im Auto Freudengeheul an und teilt inzwischen klar und unmissverständlich seine Wünsche mit. Nur bei schnellen Bewegungen und bei fremden Männern ist er nach wie vor sehr vorsichtig. Aber damit kann man ja gut umgehen. Wie alle Hunde, die einmal hier eingezogen sind, ist auch Muffin nun ein fester Bestandteil der Streuner-WG und genießt sein zweites Leben hier denke ich sehr. <3

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