Keks-Update

  • 11. Jul 2021
  • geschrieben von  Ilona Gehrig

Da einige mich gefragt haben, hier dann mal wieder ein "Keks- Update".


Jetzt ist sie schon ein Jahr hier, mein kleiner Portugal - Notfall. Die kleine energische Hundedame, mit dem starken Lebenswillen. Selten habe ich im Tierschutz einen Hund gesehen, der in so einem bedauernswerten Zustand hier ankam, wie sie.
Schlimm genug das sie 10 lange Jahre einsam auf einem Balkon vor sich hin vegetieren musste. Mit wenig Kontakt - sicherlich viel Gewalt und irgendwelchen Essensresten. Aber sie bekam auch noch eine Leishmaniose, die sich bei ihr überwiegend über die Haut zeigt und was natürlich auch keinen interessiert hat. Diese wurde dann auch in dem Tierheim wo sie immerhin 6 Monate bis zur Ausreise lebte, nicht diagnostiziert. Dafür wurde sie mit allen nur erdenklichen Medikamenten und Bädern täglich behandelt, natürlich alles mit Zwang und ohne Erfolg.
Ein jämmerliches Häufchen Elend zog hier also vor einem Jahr ein. Schlimm war es, dieses fast haarlose und stinkende Hündchen anschauen zu müssen. Monatelange Durchfälle, extrem schmierige stinkende und fettiges Fell und Haut.
Ein sehr wehrhafte alte Lady - mit mir macht gar niemand mehr, was ich nicht will. Verständlich nach diesen ganzen Erfahrungen.
Mit Wiese und Gassigehen völlig überfordert.
Ich glaube, sie ging anfänglich nur mit, weil alleine bleiben müssen (was sie niemals musste) noch schlimmer war für sie.
Aber sie war auch viel zu beschäftigt mit sich und ihrem geschundenen Körper klar zu kommen.
Schlimm, wie sie sich so sehr nach Kontakt sehnte, aber dennoch steif wurde bei jeder Berührung.
Sie ist gut eingestellt jetzt auf ihre Leishmaniose und bekommt alles was sie braucht.
Sie kennt inzwischen auch alle weiche Plätze im Haus und nachdem wir das mit ihrem Darm und ihren Durchfällen in den Griff bekommen haben, muss sie sich auch nicht mehr selbst zurückziehen ins Bad zum Schlafen.
Es war schlimm zu sehen, wie sie in jeder schlimmen Phase den Kontakt zu uns gemieden hat und freiwillig ins Bad gelaufen ist um da zu schlafen. Wenigstens nahm sie die weichen Körbchen an, die wir ihr dann reingestellt haben. Sie will nichts dreckig machen und möchte gerne sauber sein.
Schlimm war auch, dass unser kleiner Nackt - und Faltenhund ständig fror, sich aber weder baden - bürsten oder anziehen ließ. Keine Chance - wildes um sich beissen und Panik.
Also hat sie jede Menge ultaweiche Bettchen und Decken, was sie zum Glück akzeptiert.
Zweimal im Jahr gibt es eine leichte Narkose - Haare - Krallen - Zähne machen und Blutbildkontrolle. Es ist für sie der beste und sanfteste Weg und zerstört nicht wieder alles Vertrauen was nun langsam auch da ist.
Ihr Blutbild ist schlecht, ihre inneren Organe schon recht angegriffen. Aber davon weiss sie nichts.
Sie hat in der Zwischenzeit beschlossen, dass ich das Zentrum ihres Universums bin. Sie schläft nachts nun immer ganz nah bei mir. Sie springt auch nicht mehr ins Bett, sondern bellt mich an das ich ihr helfe. Tags und Nachts.
Mit den Hunden kommt sie inzwischen klar, nur grosse aktive Hunde sind doof und Pudel Timo findet sie gut und nimmt immer wieder Kontakt zu ihm auf. Leider betrachtet auch er mich als Mittelpunkt seines Universums und mag sie so gar nicht.
Das gegenseitige Angezicke ist sehr lustig. ?
Ich darf sie nun auch vorsichtig baden und an manchen Tagen auch vorsichtig mit einer Babybürste kämmen.
Sie erinnert mich zuverlässig an die Essenszeiten und zuverlässig an ihre Ruhe- und Schlafenszeiten. Andere Hunde neben mir werden unerbittlich weg geknurrt. So das sie tatsächlich immer den größten und meisten Platz neben mir hat.
Sie hat angefangen das Streicheln und Kuscheln zu genießen. Sie fängt an, an guten Tagen an ein wenig im Gras zu schnüffeln, wenn ich mich im Garten neben sie setze.
Es geht ihr gut trotz allen Widrigkeiten.
Sie wirkt mit so wenig zufrieden. Sie frisst inzwischen auch ganz normal und vor allem meistens aus dem Napf. Nur noch selten muss man es ihr direkt auf den Boden legen, damit sie überhaupt frisst.
Nur wenn ich nicht da bin wird sie sofort panisch und sucht mich in jedem Raum und nur noch dann bekommt sie Durchfall und Stress.Das alles erzählt so viel von ihrem alten Leben und es macht mich unfassbar traurig, wie man eine solch stolze Persönlichkeit so lieblos hat behandeln können. Sie ist eine unglaublich tapfere und selbstbestimmte Kämpferin und ist zum Glück endlich in sich und in ihrem Zuhause angekommen. ???
Und ich hoffe uns bleibt noch ein wenig Zeit für ein paar weitere kleine Wunder. ?
Achja - meistens findet sie " Keks," sei zu albern und sie bevorzugt Malina. Aber so als Kosename ist Keks genehmigt. ?

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