Die Gründe, weshalb es ruhiger wird

  • 11. Mai 2019
  • geschrieben von  Ilona Gehrig
Wie ihr sicherlich schon gemerkt habt, ist es hier gerade sehr still geworden. Das hat natürlich seine Gründe. 
Viele Erfahrungen aus der jüngsten Vergangenheit haben mich gezwungen stehen zu bleiben und mal genau hin zu schauen. Manchmal müssen sich die Ereignisse überschlagen, damit man mal wieder bereit ist, stehen zu bleiben und Luft zu holen. Viel zu oft ist man gerade im Tierschutz in einem Hamsterrad wo man nur noch überrollt wird von schlimmen Nachrichten und Ereignissen. Überall soll, könnte man helfen und viel zu oft hat man aktuelle Brandherde, die man sofort löschen muss. Alles andere bleibt dann zwangsläufig auf der Strecke. Irgendwann funktioniert man nur noch und rennt nur noch von einem Brandherd zum Nächsten. Irgendwann hat man dann auch zwangsläufig nur noch das Gefühl von Idioten umgeben zu sein und mit dem Rücken an der Wand zu stehen. Ist natürlich nicht so, es kommt einem real aber so vor.
Ich bin seit vielen Jahren selbstständig und habe einen hohen Anspruch an mich und meine Arbeit. Viel Erfahrung, viel Wissen und viel Einsatz. Ich habe zudem die dumme Eigenschaft, wenn ich etwas mache, dann ganz oder gar nicht. Ich bin immer mitten drin im Geschehen, bin mir für nix zu schade und gehe den Dingen immer auf den Grund. Und glaubt mir, da erlebe ich oft - tolle Fassade und nix dahinter.
Viele Jahre Tierschutz haben mich geprägt und haben ihre Spuren hinterlassen und ich bin jemand, der lange Jahre Dinge einfach nur beobachten und erforschen kann, bis er irgendwann eine eigene Meinung dazu hat. Das ist nun der Fall. Ich finde, man kann nicht mitreden, wenn man nicht selbst aktiv mitten drin war oder ist und es nicht selbst erlebt hat. Ich bin ja kein Märchenerzähler. 
Sicherlich habe ich sehr viele Tiere retten und sehr vielen Menschen zu ihren Tieren in der Vergangenheit verhelfen können. Ich weiß nicht mal, wie viele es waren, weil es völlig unwichtig ist für mich, ob ein Tier oder 1000 te gerettet wurden und hier meistens ein glückliches Leben hatten und haben. Hauptsache sie haben / hatten endlich wieder sowas wie ein Leben. <3
Was ich sagen will ist, dass das jetzt nicht die Art von Tierschutz ist, die ich machen möchte. Ich bin kein Hundehändler, der eine Ware ausliefert. Doch von vielen wird man so behandelt und mehr will man auch gar nicht von einem. Einen tollen, pflegeleichten Hund zu möglichst guten Konditionen und der Rückabsicherung, dass der Verein den auch wieder zurück nimmt, wenn es nicht mehr passt oder man keinen Bock mehr drauf hat. 
Glaubt ihr nicht? 
Ich könnte Euch jeden Tag solche Geschichten erzählen, bis sie Euch genauso zu den Ohren rauskommen wie mir.
Tipps, Aufklärung wozu? 90% der Leute sind der Meinung ein wenig Zeit, Liebe und dann läuft alles wie geschnittenes Brot und der Hund bleibt aus purer Dankbarkeit bei einem. Klar sind alle aufgeklärt und stundenlang wird da geredet und immer ist alles selbstverständlich und klar. Auch zum Thema Sicherheitsgeschirr und Co und wir übergeben die Hunde auch schon oft in Sicherheitsgeschirren. Alles für uns selbstverständlich.
Aber die wenigsten interessiert, was die doofe Orga da sabbelt und so bekommen wir, kaum im neuen Zuhause auch schon oft die ersten fröhlichen Videos vom freilaufenden Hund zugeschickt. Ja ehrlich, es wundert mich, dass unsere Hunde meist brav tun was sie sollen und nicht weglaufen und wenn dann doch, dann ist es natürlich wieder unsere Sache mit Kosten, Zeit und Energie gerade zu stehen. Das gleiche mit einem "kranken" Hund, auch der wird sofort zur Ware und die Orga hat selbstverständlich dafür gerade zu stehen das man für alles aufkommt. Gehört sich ja schließlich so. Man kann ja schließlich eine einwandfreie Ware einfordern, bei dem Spottpreis, den man im Tierschutz für einen Hund zahlt.
 
Und genau auf solche Einstellungen und solche Menschen habe ich keine Lust mehr. Mit jeder Faser meines Herzens setze ich mich dafür ein, dass es den Tieren endlich besser geht, dass die Menschen mit ihren Tieren möglichst lange glücklich sein dürfen. 
365 Tage im Jahr war ich erreichbar, sah mir selbst am heiligen Abend noch Bilder von Kackhäufchen auf dem Handy an oder hörte geduldig zu, wenn mir wieder einer seine Lebensgeschichte erzählte. Klar, Tierschützer brauchen keine Freizeit, haben keine Familie, keine eigenen Hunde und sind natürlich dafür da, einem stets Rede und Antwort zu stehen zu jeder Tages- und Nachtzeit. Schließlich nimmt man ja vielleicht einen Hund, da kann man ja auch erwarten, dass einem der rote Teppich ausgerollt wird oder nicht?
Wagt man es dann tatsächlich eine Meinung zu haben und mal eine entsprechende Antwort zu geben - Shitstorm bei FB, da wird gedroht mit Anwalt, Peta, Presse und natürlich fast obligatorisch, die nette Anzeige beim Vetamt. 
Die kennen hier schon fast jeden meiner Hunde beim Namen, so oft mussten die schon kommen wegen irgendwelcher Lügen die da behauptet wurden. Ist nicht schlimm, macht das ruhig weiter, die sehen es wie alle Leute die schon mal hier waren. Es ist schön hier, ein echtes Paradies für die Tiere und man kommt gerne wieder. ;-) 
Ich bin zum Glück kein Typ für Depressionen, Burnout oder ähnliches und habe so viel Selbstachtung, dass ich nun für mich selbst die Reißleine ziehe. Ich lasse mich so nicht mehr behandeln und es wird die Tiersinfonie in der Zukunft weiter geben, aber wir werden alles abbauen auf ein Minimum und unsere Tiere nur noch an Menschen vermitteln, die auch das Bewusstsein mitbringen für die Tiere und die Menschen, die eine Menge Zeit und Geld investiert haben, damit der Hund oder die Katze heute bei Euch auf der Couch sitzt und Euer Leben bereichert. Ich denke da kann man schon auch Wertschätzung und Respekt erwarten oder? Ich lasse mich von keinem mehr runter ziehen, beleidigen und beschimpfen oder bedrohen sondern werde mich auch künftig wehren und den Mund aufmachen gegen alle Missstände, die es im Tierschutz so gibt. 
Leider nicht wenige. :-( 
Und ich werde lernen wieder nett mit mir selbst umzugehen und es auf eine Basis zu bringen ohne selbst krank dabei zu werden. Ich kann nicht die Welt retten, aber sicherlich auch weiterhin sinnvolle und wichtige Dinge in meinem Leben tun. Das habe ich immer getan und da wird mich auch künftig keiner von abbringen. Nur eben in einem deutlich kleineren Rahmen :-)

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